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MTM: Radio und Trimedialität

PRESSEMITTEILUNG
Vorbei ist die Zeit, in der der Hörfunk allein für die Töne zuständig war, das Fernsehen für die bewegten Bilder und Zeitungen für Texte. Das Internet hat alles durcheinandergewirbelt. Radiohörer wollen im Netz ihre Lieblingssendung nachlesen und Lokalzeitungen schicken längst auch einen VJ zum Termin. „Ist Trimedialität die Zauberformel?” fragte die Medienjournalistin Vera Linß zur Eröffnung und fand damit bei den Diskutanten breite Zustimmung. Dabei findet man das Wort noch nicht mal im Duden.

Reinhard Bärenz, Programmchef von MDR SPUTNIK erzählte, von den Bestrebungen seines Senders, Radio und Bewegtbild zusammenzuführen. In der so genannten „Drive-Time” von 17 bis 18 Uhr würde nun ergänzend zu dem Radioprogramm dasselbe Programm im Internet als Bewegtbild ausgestrahlt. „Alle, die nur Radio hören, sollen aber nichts vermissen”, sagte er. „Das ist gar nicht so einfach. Aber wir sind fest davon überzeugt, dass man einem jungen Publikum auch Video anbieten muss.”

Auch Boris Lochthofen, Geschäftsführer von RADIO PSR und R.SA, schätzt das bewegte Bild für das Radio als sehr wichtig ein: „Wir haben dafür jetzt eine Stelle geschaffen. Dahinter muss eine gute Vermarktungsidee stehen, damit sich das refinanziert”, erläuterte er. Denn der monetäre Rechtfertigungsdruck für Einzelinvestitionen sei höher geworden. „Radio wurde schon mal totgesagt, aber jetzt hat Zahl der jungen Hörer zugenommen”, stellte Dr. Gerd Bauer, Direktor der Landesmedienanstalt Saarland (LMS), fest. „Da hat Trimedialitität seinen Beitrag geleistet”, glaubt er.

Markus Adomeit, Geschäftsführer der FGM Forschungsgruppe Medien GmbH, erzählte, dass ihm in den Redaktionen neuerdings als erstes die Twitter- und Videoecken gezeigt werden. „Unsere Kunden sind getrieben, zu handeln”, sagte er. „Heute wird immer wichtiger, dass sich ein Medium als Marke positioniert. Ich glaube, das ist eine Riesenchance”, so der Geschäftsführer. Bärenz stimmte zu: „Im Vordergrund steht die Markenpflege.”

Für Lochthofen sind auch die Privatsender Profiteure der neuen Möglichkeiten: „Bei Online sind wir profitabel, bei Bewegtbild sind wir auf den Weg dahin. Wir werden da noch spannende Erlöse sehen.” Er geht davon aus, dass Radio als Gewinner aus der Digitalisierung hervorgehen wird. „Unsere These: Radio ist das letzte regionale Massenmedium.” Zustimmung bei den Diskutanten. „Die heile Welt der Tageszeitungen wird keinen Bestand haben”, prognostizierte Gerd Bauer.

Zum Schluss fragte Moderatorin Linß, ob es denn für Radiomoderatoren schlimm sei, wenn sie sich jetzt für die Kamera am Morgen die Haare kämmen müssten. „Es gibt ja den Spaß an der Selbstdarstellung. Da hatte keiner ein Problem damit”, antwortete Bärenz von Sputnik.



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Veröffentlicht von Tom Sprenger am 10.05.2012
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